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Mbox Viewer Pro
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Wo Thunderbird deine E-Mails aufbewahrt

Thunderbird legt jeden Ordner als MBOX-Datei ohne Endung ab, in einem Profilordner, den dein System versteckt. Hier steht, wo du ihn unter Mac, Windows und Linux findest — und wie du diese Post ohne installiertes Thunderbird liest.

David Carrero ·

Thunderbird bewahrt deine Post in einem Profilordner auf: ~/Library/Thunderbird/Profiles/ unter macOS, %APPDATA%\Thunderbird\Profiles\ unter Windows, ~/.thunderbird/ unter Linux. Darin ist jeder Ordner, den du in der App siehst — Inbox, Sent, Archives —, eine einzige MBOX-Datei ganz ohne Endung.

Das sind ungewöhnlich gute Nachrichten, und die meisten Thunderbird-Nutzer erfahren es nie. Deine Post steckt nicht in einer proprietären Datenbank fest. Sie liegt in gewöhnlichen Dateien, die eine Menge Software lesen kann — auch dann noch, wenn Thunderbird längst vom Rechner verschwunden ist.

Das Profil finden

Ein Teil des Pfades ist nicht vorhersehbar: Der Profilordner trägt einen zufälligen Namen, etwa x7k2p9qr.default-release. Geh in den Profiles-Ordner, dann siehst du ihn.

  • macOS: im Finder ⌘⇧G drücken und ~/Library/Thunderbird/Profiles/ einfügen
  • Windows: Win + R drücken, %APPDATA%\Thunderbird\Profiles einfügen und Enter — das erspart dir, AppData einzublenden, das Windows versteckt hält
  • Linux: ~/.thunderbird/

Im Profil liegt die Post an zwei Stellen. Mail/Local Folders/ enthält alles, was auf deinem Rechner gespeichert ist, einschließlich POP-Konten und selbst angelegter Ordner. ImapMail/ enthält die lokalen Kopien der IMAP-Konten, ein Verzeichnis pro Server.

Wie die Dateien aussehen

Öffne Mail/Local Folders/, und du bekommst eine Liste, die beim ersten Mal jeden verwirrt:

Archives
Archives.msf
Inbox
Inbox.msf
Sent
Sent.msf

Die Dateien ohne Endung sind deine Post — jede davon eine gewöhnliche MBOX-Datei, der ganze Ordner in einer einzigen Datei. Die .msf-Dateien daneben sind Thunderbirds eigener Index (Mail Summary File), und die kannst du vollständig ignorieren: Jeder brauchbare Reader baut seinen eigenen Index und braucht sie nie.

Hat ein Ordner Unterordner, liegen sie in einem Verzeichnis gleichen Namens plus .sbd. Archives.sbd/2019 ist also das Postfach zu Archives/2019.

Warum gibt es keine .mbox-Endung?

Weil Thunderbird nie eine brauchte. Es weiß aus dem Ordner, in dem sie liegen, was diese Dateien sind, also hat es sich nie die Mühe gemacht, sie zu beschriften — was in Ordnung ist bis zu dem Tag, an dem du eine davon woanders öffnen willst und nichts auf deinem Rechner eine Datei namens Inbox ohne Endung erkennt.

Umbenennen musst du nichts. Mbox Viewer öffnet eine endungslose Thunderbird-Datei direkt: Zieh sie aufs Fenster, oder nimm Öffnen. Wenn du lieber doppelklickst, funktioniert es auch, einer Kopie .mbox anzuhängen — nötig ist es nicht, und die Datei umzubenennen, die Thunderbird gerade benutzt, ist eine schlechte Angewohnheit.

Lesen ohne Thunderbird

Das ist der Fall, der die meisten hierherbringt: ein alter Rechner, die Platte von jemandem, der gestorben ist oder die Firma verlassen hat, ein Backup von einem Laptop, der nicht mehr startet. Du hast den Profilordner und kein funktionierendes Thunderbird.

Kopier Mail/Local Folders/ von der Platte und öffne die Dateien. Mehr ist es nicht — kein Import, keine Kontoeinrichtung, keine Thunderbird-Installation. Auf dem Mac und unter Windows ist es derselbe Ablauf, und gelesen wird schreibgeschützt: Es wird nichts zurückgeschrieben.

Ein Vorbehalt, den man kennen sollte: Ein IMAP-Ordner unter ImapMail/ enthält nur, was Thunderbird tatsächlich heruntergeladen hatte. War das Konto so eingestellt, dass es nur Kopfzeilen behält oder bloß die letzten Monate abgleicht, ist genau das, was du vorfindest. Vollständig sind die Local Folders.

Ein Wort zum Komprimieren

Thunderbird löscht Nachrichten nicht wirklich, wenn du sie löschst. Es markiert sie und macht weiter, und der Platz wird erst frei, wenn der Ordner komprimiert wird. Deshalb kann eine Inbox-Datei 4 GB wiegen, während der Ordner 800 MB Post anzeigt.

Daraus folgen zwei Dinge. Kopierst du ein Profil zum Archivieren, kann vorheriges Komprimieren es drastisch kleiner machen. Und suchst du etwas, das gelöscht wurde, steckt es in einer nicht komprimierten Datei womöglich noch drin — ein Reader, der die Rohdatei durchläuft, zeigt dir Nachrichten, die Thunderbird längst abgeschrieben hatte.

Wenn die Datei riesig ist

Thunderbird-Ordner wachsen jahrelang, ohne dass es jemandem auffällt, und ein zehn Jahre alter Posteingang von mehreren Gigabyte ist nichts Besonderes. Für das Format ist diese Größe kein Problem, für die meisten Reader schon: Sie laden die ganze Datei, bevor sie überhaupt etwas anzeigen.

Mbox Viewer liest stattdessen im Durchlauf: Ein 50-GB-Postfach mit rund einer halben Million Nachrichten geht in unter fünf Minuten auf, bleibt unter 600 MB RAM und öffnet danach dank seines Binärindex in weniger als einer Sekunde. Geht es dir eher darum, einen Monsterordner in handliche Stücke zu zerlegen, als ihn am Stück zu lesen, haben wir darüber auch geschrieben.


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